Nach einem intensiven Saisonverlauf mit starken Leistungen und wiederholt ausbleibendem Lohn holt das Trio Fabio Scherer, Arjun Maini und Thomas Drouet für HRT Ford Racing beim GTWC-Rennen am Nürburgring ein verdientes Resultat. Mit einem fehlerfreien, taktisch klugen Rennen nutzt das Team jede Gelegenheit konsequent zu seinen Gunsten – und wird nach Nachbesserungen an der Spitze auf dem sechsten Gesamtrang klassiert.
KALTSTART NACH DER PAUSE
Im Qualifying am Sonntagmorgen absolvieren Maini, Scherer und Drouet ihre Runden in dieser Reihenfolge. Über 50 Fahrzeuge stehen auf der Startliste, das Wetter präsentiert sich sonnig und warm, mit frischem Wind aber ohne Regen. Das Ergebnis: Startplatz 16. Scherer zeigt sich zufrieden mit der Ausgangslage, weiss aber auch, dass nach der langen Sommerpause noch etwas mehr möglich gewesen wäre. «Nach der Sommerpause war das Qualifying für mich quasi ein Kaltstart. Die Sektorzeiten haben gepasst, aber da hätte bestimmt noch etwas mehr dringelegen.» Für ein dreistündiges Rennen sei Platz 16 dennoch eine solide Basis – in einem dichten Feld, in dem über die volle Distanz noch viel passieren kann. «Die GP Strecke ist ein toller Kurs, ich freue mich immer wieder, hier zu fahren. Dieses Jahr war ich mit den NLS-Rennen und dem 24h-Rennen bereits viel am Nürburgring – die Stimmung ist jedes Mal toll», sagt Scherer.
STARKES RENNEN MIT TAKTISCHEM GESPÜR
Beim Rennstart um 15.00 Uhr zeigt Maini eine starke Vorstellung und bringt den Ford Mustang GT3 mit der Startnummer 64 vom 16. Startplatz souverän nach vorne. Der Mustang überzeugt mit starken Topspeed-Werten und guter Beschleunigung – Vorteile, die sich auf den Geraden des Nürburgrings bemerkbar machen. Maini arbeitet sich an die Top Ten und bleibt überlegt und ohne Fehler an der Spitzengruppe dran. Das Rennen wird mehrfach durch Full Course Yellow- und Safety-Car-Phasen unterbrochen. Auch HRT Ford Racing nutzt einen zeitoptimierten Boxenstopp unter der Full Course Yellow. Auch in den folgenden Sicherheitsphasen bleibt das Team fehlerfrei und verliert keine Positionen. Zu Beginn der dritten und letzten Stunde übergibt Drouet an Scherer, der für den Schlusssprint mit frischen Reifen ausgestattet wird. Boxenbereinigt fährt Scherer von Position zehn aus solide auf Rang sieben und konnte diesen bis zum Schluss verteidigen. Ein verdientes Resultat, nach fehlerfreien Läufen der drei Fahrer. Nach Rennende sorgen Strafen für eine Korrektur des Ergebnisses: HRT Ford Racing wird schliesslich auf Position sechs gewertet. «Nachdem wir dieses Jahr doch etwas vom Pech verfolgt schienen, tut dieses Resultat umso besser. Ich bin unglaublich stolz auf uns, auf meine beiden Teamkollegen und wahnsinnig dankbar für die Leistung des ganzen Teams. Dieses Resultat haben wir uns echt verdient», erklärt Scherer.
SAISONFINALE IN PORTIMÃO
Der sechste Rang am Nürburgring gibt dem Team Rückenwind für den letzten Saisonlauf. Vom 16. bis 18. Oktober steht mit dem GTWC in Portimão das Finale des GT World Challenge Europe Endurance Cups auf dem Programm – und damit eine letzte Gelegenheit, die Saison mit einem weiteren starken Ergebnis abzuschliessen.
Text und Foto: Martin Bormann


