Als Vorjahressieger der prestigeträchtigen CrowdStrike 24 Hours of Spa stand das TGI Team by GRT am vergangenen Wochenende beim Saisonhighlight des GT World Challenge Europe Powered by AWS Endurance Cup vor einer gänzlich anderen Herausforderung . Mit dem Klassiker in Belgien stand vom 24. bis 28. Juni das erste große Langstreckenrennen mit dem Lamborghini Temerario GT3 auf dem Programm. In der Vorbereitung und den Qualifyings schöpfte die Mannschaft mit Mirko Bortolotti, Franck Perera und Maximilian Paul das Potenzial des neuen Fahrzeugs voll aus. Das Rennen musste das Team nach einer vielversprechenden Startphase aufgrund eines technischen Problems jedoch unerwartet früh beenden.
Die Weltelite des GT3-Sports traf sich auf dem legendären Circuit de Spa-Francorchamps in diesem Jahr mit 69 Entries von zehn Herstellern zum ultimativen Kräftemessen. Hochsommerliche Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke machten die Sessions auf dem 7,004 Kilometer langen Kurs in den Ardennen vom ersten Training an zu einem Härtetest für das Material. Das von Lamborghini Squadra Corse unterstützte Team TGI by GRT behauptete sich auf Anhieb mit dem auf diesem Terrain bisher wenig erprobten Lamborghini Temerario GT3. Im Qualifying am Donnerstag schafften die drei Lamborghini Factory Driver souverän den Einzug in die Superpole. Im Shootout um die Top-32 belegte Mirko Bortolotti am Freitag den 17. Platz, womit die #63 erneut der bestplatzierte Lamborghini Temerario GT3 im Feld war.
Mirko Bortolotti absolvierte am Samstag um 16:30 Uhr MESZ auch den Start in das kompetitivste GT3-Rennen der Welt. Im ersten Stint behauptete sich der 36-jährige Italiener im hart umkämpften Verfolgerfeld und gewann bis zum ersten Fahrerwechsel eine Position. Zu diesem Zeitpunkt trat am #63 Lamborghini Temerario GT3 allerdings schon eine Unregelmäßigkeit auf, welche das Team daraufhin fieberhaft zu beheben versuchte. In den Abendstunden hielten sich Franck Perera und Maximilian Paul trotz allem in den Top-20. Nach 108 Runden musste der Franzose gegen 21:30 Uhr am Abend dennoch die Box ansteuern. Die Crew konnte das Problem in einer umfangreichen Reparaturpause lösen und schickte Maximilian Paul in der Nacht noch einmal auf die Strecke. Ohne Aussicht auf ein Resultat, stellte der Dresdener das Auto nach dem erfolgreichen Funktionstest aber endgültig in der Garage ab.
Für das TGI Team by GRT geht es mit Mirko Bortolotti und Maximilian Paul am kommenden Wochenende direkt in der DTM weiter. Vom 3. bis 5. Juli steht das vierte Rennwochenende auf dem Norisring an. Im GT World Challenge Europe Powered by AWS Endurance Cup geht es vom 28. bis 30 August mit dem 3-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring weiter.
#63 TGI Team by GRT
Mirko Bortolotti (ITA) / Franck Perera (FRA) / Maximilian Paul (GER)
Qualifying: P17 - Rennen: DNF
Mirko Bortolotti: "Die 24 Stunden von Spa waren für uns dieses Jahr sehr frustrierend und enttäuschend. Technische Probleme zu Beginn des Rennens haben unsere Chancen beeinträchtigt und letztendlich zum Ausfall geführt. Positiv ist, dass wir das maximale Potenzial aus dem Auto herausholen konnten. Das stimmt mich zufrieden. Gleichzeitig hat sich aber auch gezeigt, dass der Rückstand nach wie vor beträchtlich ist. Wir wissen, wo wir stehen, und müssen weiter hart daran arbeiten, dieses Defizit aufzuholen und in den kommenden Rennen stärker aufzutreten."
Franck Perera: "Es ist schade, bei einem 24-Stunden-Rennen so früh aufgeben zu müssen. Aber das Team hat diese Woche wieder einen super Job gemacht und wir haben neue Erkenntnisse gewonnen. Mit der Balance waren wir Fahrer alle wirklich zufrieden. Ich denke, auf die Distanz hätten wir damit um die Top-10 kämpfen können. Aber es ist ein neues Auto und solche Rennen gehören dazu. Danke an die Crew, meine Teamkollegen und Lamborghini. Ich freue mich darauf, bald wieder im Auto zu sitzen und weitere Fortschritte zu sehen."
Maximilian Paul: "Wir hatten uns als Team darauf vorbereitet, ein sauberes Rennen abzuliefern. Maximal pushen und keine Fehler machen war das Ziel, und bis wir in der zweiten Rennstunde dieses technische Problem bekamen, waren wir gut unterwegs. Wir haben dann versucht es zu beheben, und waren uns drei Stints später fast sicher, dass es gelöst ist. Aber leider kam es zurück und wir mussten aufgeben. Es ist sehr schade, da dieses Wochenende extrem viel Arbeit erfordert und das Team und wir Fahrer wirklich sehr viel investiert haben."
Gottfried Grasser, Teamchef: "In den Trainings hat sich der Eindruck aus dem Prologue bestätigt, dass wir mit dem neuen Auto bei der Performance noch nicht mit der Spitze mithalten können. Wir haben aber eine gute Balance gefunden und alles an Pace aus dem Paket herausgeholt, was möglich war. Das war vom Team wirklich eine super Leistung. Leider hat uns das mit Blick auf das Rennen nicht viel gebracht. Wir haben schon nach dem Start gemerkt, dass etwas Leistung fehlt. Daraufhin haben wir während des Rennens den Fehler gesucht, und es sah zeitweise auch ganz gut aus. Aber wir mussten das Auto irgendwann doch an die Box holen. Wir haben dann mehrere Komponenten getauscht und in der Nacht zumindest verifizieren können, dass wieder alles einwandfrei funktioniert. Nach dem unvergesslichen Sieg im Vorjahr, haben wir die 24 Stunden von Spa dieses Jahr von ihrer anderen Seite kennengelernt. Das Rennen nicht zu beenden ist enttäuschend, aber wir stehen auf und machen weiter. Am Norisring haben wir in ein paar Tagen eine neue Chance."


