Porsche darf jubeln: Erstmals überhaupt hat der Sportwagenhersteller den GT World Challenge Europe powered by AWS Endurance Cup gewonnen. Das Rutronik Racing Team kämpfte sich beim Saisonfinale in Barcelona beeindruckend durchs Feld und sicherte sich den Titel in einem spannenden Dreistundenrennen, das von Garage 59 dominiert wurde – und McLaren den ersten Endurance-Sieg seit neun Jahren bescherte.

Garage 59 startete mit Dean MacDonald im #58 McLaren von der Pole und setzte sich in der Anfangsphase dank einer Serie von schnellsten Runden zunächst klar ab. Doch ein frühes Safety Car brachte das Feld wieder zusammen und sorgte für taktische Verschiebungen.

Im zweiten Stint übernahm Adam Smalley das Steuer und lag zeitweise auf Rang drei, während die beiden Führenden auf abweichender Strategie unterwegs waren. Die Entscheidung fiel im letzten Renndrittel, als ein schwerer Unfall des #88 Tresor Attempto Audi eine weitere Safety-Car-Phase auslöste.

Davon profitierte Louis Prette, der das Rennen für Garage 59 im letzten Stint anführte. Der Monegasse nutzte den Speed des McLaren perfekt aus und baute einen Vorsprung von über 18 Sekunden auf – der erste Endurance-Sieg für McLaren seit 2016 und der erste Gesamterfolg für alle drei Fahrer. Das Podium komplettierten der #777 AlManar Racing BMW und der #98 ROWE Racing BMW, beide in der Gold-Cup-Klasse gemeldet.

Rutronik Racing ringt Mercedes-AMG Titel ab

Während an der Spitze alles nach einem McLaren-Sieg aussah, tobte weiter hinten der entscheidende Titelkampf. Mercedes-AMG Team Mann-Filter führte sowohl die Endurance-Wertung als auch die Gesamtmeisterschaft der GT World Challenge an, doch das Rennen verlief alles andere als optimal. Der #48 Mercedes erhielt eine Zeitstrafe wegen Verlassens der Strecke in der Startphase und kämpfte im weiteren Verlauf mit mangelnder Pace.

Der #96 Porsche von Rutronik Racing hingegen zeigte sich deutlich stärker. Alessio Picariello legte einen Traumstart hin, machte sechs Plätze gut und lag nach wenigen Minuten bereits auf Rang vier. Im Mittelstint fiel das Auto etwas zurück, bevor Sven Müller und schließlich Patric Niederhauser übernahmen. Eine Stunde vor Schluss lag der Porsche wieder auf Platz zehn – drei Positionen hinter der Marke, die nötig war, um den Titel zu holen.

Niederhauser setzte alles auf eine Karte. Er überholte zunächst zwei Konkurrenten und lag dann hinter dem #33 Aston Martin von Harry King (Verstappen.com Racing). Der Brite verteidigte sich mit aller Härte, doch sieben Minuten vor dem Ende zog Niederhauser entschlossen in Kurve 5 innen vorbei – und holte damit den entscheidenden siebten Platz, der zum Titel reichte. Porsche sicherte sich damit mit einem Punkt Vorsprung den ersten Gesamt-Titel in der Geschichte der GT World Challenge Europe.

BMW-Duo Weerts/van der Linde holt Gesamtsieg

Auch der Gesamttitel der GT World Challenge Europe wechselte in den letzten Rennminuten den Besitzer: Mit Platz sechs reichte es für Charles Weerts und Kelvin van der Linde, um sich knapp vor Maro Engel und Lucas Auer durchzusetzen. Eine starke Aufholjagd des #32 Team WRT BMW, der mit Ugo de Wilde von Startplatz 31 ins Rennen gegangen war, machte den Triumph perfekt.

Der #33 Verstappen.com Racing Aston Martin (King/Vermeulen/Lulham) sicherte sich souverän den Gold-Cup-Titel, nachdem das Trio als Achter und Dritter in der Klasse ins Ziel kam.

Im Silver Cup blieb es bis zuletzt spannend: Das führende #42 Century Motorsport BMW-Team wurde in der ersten Runde in einen Dreher geschickt und fiel ans Ende des Feldes zurück. Damit witterte Boutsen VDS im #10 Mercedes-AMG seine Chance. Doch der Century-BMW kämpfte sich eindrucksvoll zurück, belegte Rang fünf in der Klasse und machte den Titel perfekt. Panis und Gazeau von Boutsen VDS mussten sich zwar geschlagen geben, konnten aber ihren Gesamttitel im Silver Cup aus der Vorsaison erfolgreich verteidigen.

Den letzten Rennsieg der Saison holte Tresor Attempto Racing mit Aka, Moncini und Øgaard im #99 Audi, die auf Platz fünf der Gesamtwertung ins Ziel kamen.

Bronze Cup: Rutronik siegt, Kessel Racing holt den Titel

Neben dem Gesamterfolg durfte sich Rutronik Racing auch über den Klassensieg im Bronze Cup freuen. Antares Au, Loek Hartog und Morris Schuring setzten sich im #97 Porsche gegen die Konkurrenz durch. Den Meistertitel sicherte sich jedoch Kessel Racing, das mit einem dritten Platz im Rennen die letzten benötigten Punkte einfuhr. Der #74 Ferrari von Blattner, Laursen und Marschall krönte damit eine perfekte Saison des Schweizer Teams, das bereits die Sprint- und Gesamttitel gewonnen hatte.

Das Rennwochenende zog über 26.000 Zuschauer an den Circuit de Barcelona-Catalunya und markierte den Abschluss einer denkwürdigen GTWC-Saison 2025. Die Meisterschaft begann vor sechs Monaten in Le Castellet und lockte beim CrowdStrike 24 Hours of Spa ein Rekordstarterfeld an – das größte in der Geschichte des Endurance Cups.

Die Saison 2026 startet erneut auf dem Circuit Paul Ricard, mit einem Sechs-Stunden-Rennen vom 10. bis 12. April.

Text und Foto: SRO/GT World Challenge Europe


 

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