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Wir nutzen die motorsportliche Zwangspause noch einmal für einen kleinen Rückblick. Heute haben wir uns für das 24h-Rennen 2010 entschieden, da es sicherlich eines der spannendsten Ausgaben der letzten Jahre war. Am Ende konnte die Mannschaft von Schnitzer Motorsport vor dem Ferrari von Farnbacher Racing sowie einem Audi R8 LMS von Phoenix Racing triumphieren. Wie es dazu gekommen ist könnt Ihr hier noch einmal nachlesen.

Nach einem brisanten Qualifying am Freitagnachmittag stand die Startaufstellung fest. Es sah dabei lange Zeit nach einer Pole Position für die Titelverteidiger von Manthey Racing aus. Doch als die Strecke nochmal schneller wurde, hatte man seitens der Meuspather Mannschaft das Auto bereits in die Box geschoben. Man entschied sich den Porsche zu schonen und nicht mehr für eine Hot-Lap auf die Strecke zu bringen. Somit standen am Ende gleich vier Audi R8 LMS auf den Startplätzen 1-4. Die Top-10 komplettierten die Porsche von Haribo, Mamerow und Manthey sowie einer der Schnitzer BMW M3 und der GT3-Porsche von Jürgen Alzen.

Bei strahlendem Sonnenschein nahm Timo Scheider pünktlich um 15:30 Uhr das Rennnen von der Pole Position auf. Der von Platz sieben gestartete Manthey Porsche mit Marcel Tiemann am Steuer kannte kein Halten mehr und legte einer der wahrscheinlich legendärsten Starts in der Geschichte des 24h-Rennens hin. Denn noch vor dem Abbiegen auf die Nordschleife hatte er einen Kontrahenten nach dem anderen hinter sich gelassen und führte nun das Feld als Spitzenreiter in die "Grüne Hölle".

Schon während der ersten Runden bewiesen die Porsche abermals ihren Speed. Lance David Arnold konnte sich ebenfalls ein paar Plätze nach vorne kämpfen und beendete die nächsten Runden als Dritter vor Chris Mamerow im weiteren Porsche.

Doch bereits früh im Rennen sollten Teams und Material spüren, was es heißt, Autorennen in der Grünen Hölle zu fahren. Der Hybrid-Porsche mit Jörg Bergmeister am Steuer musste bereits in Runde 4 einen Reifenschaden vermelden und Dirk Werner konnte seinen Schnitzer M3 nach einer Kollision mit einem Fahrzeug aus den kleineren Klassen im Bereich Aremberg nur langsam an die Box schleppen.

Nach zwei Stunden führte die #1 von Manthey Racing mit 10 Sekunden Vorsprung vor dem Hybrid Porsche und den Audis von Phoenix Racing und Abt Sportsline. Auf Platz 6 lag der Haribo Porsche.

Eine Stunde später profitierte der „Dicke“ vom Kampf um die Positionen 2-4 und konnte nun einen Vorsprung von knapp einer Minute verbuchen. Zu dem Zeitpunkt lag Mattias Ekström auf P2 vor dem Hybrid Porsche mit Marco Holzer und dem Phoenix Audi mit Frank Stippler.

Gegen Abend mischte sich dann ein weiteres Fabrikat im Kampf um die Verfolgerplätze ein. Der BMW M3 GT2 von Schnitzer Motorsport mit Uwe Alzen, Jörg Müller, Augusto Farfus und Pedro Lamy kam immer näher und überholte nach einem Fauxpass des vor ihm fahrenden Abt Sportsline Audi mit der #2, welcher sich nun mit einem Reifenschaden an die Box schleppen musste.

Nach fünf Stunden wurde die Grüne Hölle nun auch den Porsche zum Verhängnis. Nachdem der Mamerow Porsche im Bereich Brünnchen verunfallte, wurde der Haribo Porsche aufgrund eines defekten Stoßdämpfers in die Box geschoben. Lediglich der Manthey Porsche mit der # 1 blieb erstmal verschont und baute seine Führung durch konstant schnelle Rundenzeiten aus. Zu dieser Zeit lag der Phoenix Audi auf Platz 2 vor dem Schnitzer BMW M3, welcher bereits eine Runde Rückstand hatte.

In den Abendstunden verabschiedete sich dann auch Marc Basseng im Audi aus dem Rennen. Er stellte den Boliden in der Antoniusbuche ab, nachdem er einem anderen Auto ausweichen musste und einen Randstein zu hart mitnahm. Währenddessen lag der Manthey Porsche nach wie vor in Führung und alles deutete auf einen erneuten Gesamtsieg hin. Mit mehr als dreieinhalb Minuten Vorsprung fegte der Porsche mit Marc Lieb, Timo Bernhard, Romain Dumas und Marcel Tiemann über den Nürburgring. Um die Verfolgerplätze stritten sich der Audi mit Timo Scheider, der BMW mit Uwe Alzen und der Hybrid Porsche mit Martin Ragginger.

Eine knappe Stunde später sah man dann aber viele Fragezeichen der Boxencrews und Fans. Der Manthey Porsche mit der #1 fehlte plötzlich auf dem Zeitenmonitor. Als Führender wurde nun der Phoenix R8 gemeldet, vor dem Hybrid Porsche auf P2 und dem Schnitzer BMW auf P3. Fast zeitgleich fehlt auch der Abt Audi mit der #100. Kurze Zeit später wird der Manthey Porsche als Opfer eines Unfalls gemeldet. Er wurde von einem Teilnehmer getroffen, welcher vorher in die Leitplanke einschlug, wieder auf die Strecke geschleudert wurde und dann den Spitzenreiter erwichte. Somit war der „Dicke“ aus dem Rennen und konnte seine Siegesserie nicht fortsetzen.

Auch der Schnitzer BMW mit der # 25 blieb nicht verschont. Man verlor in der Nacht knapp 18 Minuten durch einen Reifenschaden und die darauf folgende Schleichfahrt zur Box. Zeitgleich lag der Audi mit Frank Biela, Marcel Fässler, Pierre Kaffer und Marc Hennerici in Führung, dicht gefolgt vom Hybrid Porsche und dem Abt Audi mit der #2. Dahinter setzte sich der Farnbacher Ferrari auf Platz 4 fest. Das Schwesterauto aus dem Hause Schnitzer konnte den Ausritt zu Beginn des Rennens mit guten Rundenzeiten ausgleichen und lag mittlerweile wieder auf P5.

In den frühen Morgenstunden kommt der führende Phoenix Audi an die Box, unplanmäßig wie sich herrausstellte. Der Bolide ging direkt auf die Stempel und mehrere Audi-Mechaniker machten sich am Heck des R8 zu schaffen. Später fuhr er mit neuer Hinterachse zurück auf die Strecke.

Somit übernahm das letzte heisse Eisen im Feuer aus dem Hause Manthey die Spitze. Der Hybrid Porsche diktierte von nun an das Geschehen und führte mit knapp einer Runde Vorsprung das Feld an. Auf P2: Mies, Collard, Abt und Luhr vor dem Schnitzer BMW M3 mit Alzen.

4 Stunden vor Schluss wurde der Hybrid Porsche mit defekten Teilen im Auspuffbereich in die Box geschoben, wo man fieberhaft den Auspuffkrümmer wechselte, ehe man mit nur noch eineinhalb Minuten Vorsprung auf den BMW von Schnitzer die Box wieder verlassen konnte.

Doch die Führung sollte nicht lange halten. Gut zwei Stunden vor Schluss rollte der Porsche mit Bergmeister am Steuer im Bereich Breidscheid aus und übergab somit kampflos die Führung an den BMW mit Uwe Alzen hinterm Lenkrad. Neuer Zweitplatzierter war der Ferrari von Farnbacher Racing. Marco Seefried gab nochmal alles am Steuer des Italieners und sorgte für eine äußerst spannende letzte Rennstunde.

Am Ende konnte sich aber die Truppe rund um Charly Lamm behaupten und überquerte als Gesamtführender die Ziellinie.



Text: Hendrik Mannheim, Fotos: Daniel Cornesse

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