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Kürzlich haben wir uns zu einem Interview mit ADAC GT4 Germany-Pilot Jan Philipp Springob getroffen. Der 18-jährige Olper fährt seine erste Saison im Automobilsport. Vor seinem Heimrennen am Nürburgring liegt der Bremotion-Pilot auf Platz 2 in der Junior Wertung.

Hallo Jan Philipp, wie bist Du überhaupt zum Motorsport gekommen?
Mein Vater ist Geschäftsführer beim örtlichen Fahrsicherheitszentrum. Dort gibt es auch eine Kart-Jugendgruppe, die im Kartslalom aktiv ist. Hier habe ich im Alter von 6 Jahren mit dem Kartsport begonnen. Später bin ich dann in die Rundstrecke gewechselt, da ich mich im direkten Duell mit anderen Fahrern messen wollte.

Im Kartsport warst Du sehr erfolgreich, was waren deine größten Erfolge?
Die größten Erfolge waren die beiden deutschen Meistertitel im Kart. Wobei mir persönlich der zweite Titel noch wichtiger gewesen ist, da ich ihn gegen meinen Teamkollegen auf gleichem Material einfahren konnte.  

Viele junge Fahrer haben das Ziel in die Formel 1 zu kommen, Du hast dich allerdings für den GT-Sport entschieden. Wie kam es dazu?
Ich finde die Formel 1 zwar interessant, aber der Weg dahin ist viel zu schwer zu realisieren. Es sind am Ende nur etwa 20 Fahrer, die es in die Formel 1 schaffen. Hinzu kommen die extrem hohen Kosten, die die Formel Klassen mit sich bringen. Da muss man durchaus realistisch sein. Im GT-Sport hat man als Fahrer hingegen viel mehr Möglichkeiten professionellen Motorsport zu betreiben und später damit Geld zu verdienen.

Was sind Deine Ziele im Motorsport?
Mein Ziel ist es Werksfahrer zu werden und damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Wie ist Dir der Umstieg vom Kartsport in den Automobilsport gelungen?
Der Umstieg ist mir recht leichtgefallen. Durch den Bezug zum Fahrsicherheitszentrum in Olpe konnte ich schon früh erste Erfahrungen in einem Straßenauto sammeln, daher war es nicht so eine große Anpassung. Natürlich ist in einem Mercedes AMG GT4 vieles anders als in einem Straßenauto oder im Kart, aber daran gewöhnt man sich recht schnell.

Was hat Dich nach deinen ersten Runden im Rennauto am meisten überrascht?
Die größte Überraschung war für mich nicht die Beschleunigung, sondern das Bremsen. Ich hätte nicht mit den starken Verzögerungen gerechnet. Das war der Wahnsinn!

Wie hast Du die ersten Rennwochenenden in der ADAC GT4 Germany erlebt?
Mein erstes Rennwochenende im April in Oschersleben habe ich sehr positiv erlebt. Es ist deutlich entspannter als im Kartsport. Zwischen den Sitzungen hat man viel längere Pausen um abzuschalten und die Daten zu analysieren.

Dein Teamkollege bei Bremotion ist Oliver Mayer. Er verfügt über viele Jahrzehnte Motorsport Erfahrung. Was kannst Du von ihm lernen?
Von Oliver kann ich eine Menge lernen, vor allem die Routine. Er weiß auf nahezu jeder Rennstrecke wie man die Kurven anfahren muss und wie das Auto reagiert. Mit seiner Erfahrung strahlt er natürlich eine Ruhe aus, von der ich sehr profitieren kann.

Du wirst von der ADAC Stiftung Sport gefördert, wie zuvor bereits viele berühmte Piloten. Ein paar Beispiele hierfür sind Sebastian Vettel, Nico Hülkenberg oder Rene Rast. Wie fühlt es sich an, in deren Fußspuren zu treten und wie sieht diese Förderung aus?
Es ist eine tolle Chance für mich dort unterstützt zu werden. Das Ziel ist natürlich eines Tages Rast, Vettel oder Hülkenberg zu übertrumpfen.
Die Förderung besteht einerseits aus einem finanziellen Teil, aber was mir persönlich noch viel wichtiger ist sind die persönlichen Dinge, die damit einhergehen. Dazu gehören die Sport- und Fitnessförderung aber auch Medien- und Persönlichkeitstraining. Man wird sozusagen als Mensch einmal umgekrempelt und fit für den Motorsport gemacht.

Wie bereitest Du dich auf die Rennen vor?
Ich bereite mich viel am Simulator vor und schaue mir viele Onboard Videos an. Zudem absolviere ich natürlich auch ein Sportprogramm. Ich trainiere drei Mal pro Woche um mich für die Rennen fit zu halten. Dabei machte ich vor allem Krafttraining und gehe schwimmen oder joggen.
Vielen Dank für das Interview und alles Gute für die weitere Saison!
Weitere Infos zu Jan Philipp gibt’s auf seiner Website.

Interview: Alex Striege   Fotos: ADAC

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