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Beim sechsten Lauf zur VLN Langstreckenmeisterschaft auf der Nürburgring Nordschleife erlebte Yannick Mettler wieder einmal alle Facetten des Motorsports. So schienen für den Luzerner Rennfahrer nach einem chaotischen Start zunächst alle Hoffnungen auf eine Top-Platzierung begraben. Doch dank einer sehenswerten Aufholjagd, bei der sich Mettler zurück an die Spitze kämpfte, war für ihn und Teamgefährte Heiko Eichenberg plötzlich wieder alles möglich. Am Ende machte das Duo auf dem #828 BMW M4 GT4 den Erfolg perfekt und feierte den vierten Saisonsieg in der GT4-Klasse.

"Aufgegeben ist keine Option" ist ein Motto, was nicht nur im Alltag immer wieder von sich reden macht, sondern auch im Motorsport seine feste Daseinsberechtigung hat. So konnten sich die vielen Zuschauer entlang der "Grünen Hölle" beim Blick auf die GT4-Klasse davon überzeugen, dass man ein nicht mehr für möglich gehaltenes Ziel dank eines großen Kampfgeistes am Ende doch noch erreichen kann. Yannick Mettler und Heiko Eichenberg lieferten am vergangenen Wochenende ein Paradebeispiel hierfür ab.

Beim morgendlichen Qualifying sprang für die beiden Piloten von 828 Racing by Sorg Rennsport zunächst die vierte Startposition heraus. "Wir haben uns im Quali etwas verzockt, dafür aber auch frischere Reifen für's Rennen. Vom vierten Startplatz aus ist noch nichts verloren", so Mettler, der zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht erahnen konnte, was ihn in seinem Startstint alles erwarten sollte.

So fiel der zweifache 24-Stunden-Klassensieger noch vor dem Start unverhofft auf den letzten Platz des Starterfeldes zurück. "Unmittelbar vor der Startfreigabe, in der rollenden Formation, blieb zwei Reihen vor mir ein Auto stehen. Vermutlich hatte der Fahrer seinen Motor abgewürgt, als es kurz einen Rückstau gab. Sowohl der Walkenhorst BMW M4 direkt vor mir, als auch ich, konnten gerade so noch bremsen, steckten dann aber für ca. 10 Sekunden hinter dem stehenden Fahrzeug fest, während der Start freigegeben wurde", so Mettler, der damit kampflos zusehen musste, wie die Konkurrenz beidseitig an ihm vorbeizog, als die Ampel auf grün schaltete.

Als sich das Auto wieder in Bewegung setzte, fand sich Mettler am Ende der Startgruppe wieder und hatte bereits mehrere hundert Meter auf die Spitze verloren. Doch auch danach sollte es für den schnellen Schweizer nicht besser werden. "Zu allem Übel hing ich in der ersten Runde auch noch hinter einem Fahrzeug aus einer anderen Klasse fest, was eine defekte Tankentlüftung hatte und eine Benzinspur hinter sich her zog. Entsprechend hatte ich alle Hände voll zu tun, unseren 828 M4 auf der Strecke zu halten und verlor weiter Zeit."

Nachdem Mettler die erste Runde "überlebte" und auf der Döttinger Höhe schliesslich einen Weg
vorbei fand, sollte der Wendepunkt im Rennen folgen. "Ich wusste, dass es zu diesem Zeitpunkt bereits nichts mehr zu verlieren gab und dass ich attackieren muss. Im Vergleich zu den letzten Rennen konnten wir also nicht mehr taktieren, sondern mussten diesmal volles Risiko gehen", so Mettler, der sich Stück für Stück an die Klassenkonkurrenz heranarbeiten konnte.

Dadurch, dass die Kontrahenten der GT4 Klasse ihrerseits um die Führung stritten, konnte Mettler innerhalb der nächsten 3 Runden die Lücke zur Spitze kontinuierlich schliessen. Zu diesem Zeitpunkt realisierte er, dass wieder alles möglich war und kämpfte sich Position um Position nach vorne. Pünktlich zum ersten Fahrerwechsel übergab Mettler den M4 GT4 schliesslich auf der zweiten Position, wenige Meter hinter dem Führenden.

"Ich bin sehr gut durchs Feld gekommen, auch wenn sicherlich die ein oder anderen brenzligen Situationen dabei waren. Wir haben dann dank eines erstklassigen Boxenstopps unserer Mannschaft sogleich die Führung übernommen und Heiko und ich konnten diese bis ins Ziel immer weiter ausbauen", freute sich Mettler, der das Auto zum Ende auch ins Ziel bringen durfte.

Da einige der Konkurrenten über die Distanz auch noch mit technischen Zwischenfällen zu kämpfen hattten, feierte man am Ende mit einem Vorsprung von über 3 Minuten den vierten Saisonsieg in der GT4-Klasse. Gleichzeitig verbesserte sich das Duo in der Gesamtwertung der VLN Langstreckenmeisterschaft noch auf den zweiten Platz.

"Wir haben heute einmal mehr gesehen, dass es sich unabhängig von der Ausgangslage immer lohnt zu kämpfen und niemals aufzugeben. Ein toller Erfolg für unsere ganze Mannschaft."

Text: Daniel Cornesse (daco-media)   Fotos: 1Vier.com

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