Die GT World Challenge powered by AWS startet am 2. und 3. Mai mit Vollgas in die Sprint-Cup-Saison. Ein hochkarätig besetztes Feld von 34 GT3-Fahrzeugen wird auf der legendären Rennstrecke von Brands Hatch zwei jeweils 60-minütige Rennen bestreiten. Die traditionsreiche Strecke gilt bei Fahrern und Fans gleichermaßen als ultimative Prüfung für fahrerisches Können und Mut.

Drei Wochen nach dem dramatischen Saisonauftakt des Endurance Cups auf dem Circuit Paul Ricard, bei dem Aston Martin dank eines spektakulären Schlussspurts von Comtoyou Racing den Sieg erringen konnte, richtet sich nun der Fokus auf den Sprint Cup. Acht Hersteller gehen an den Start – und jeder von ihnen besitzt realistische Chancen auf den Gesamtsieg.

Team WRT peilt den nächsten Sprint-Cup-Titel an

Der Sprint Cup verspricht auch 2026 außergewöhnlich hart umkämpft zu werden. Dennoch gelten die Titelverteidiger Charles Weerts und Kelvin van der Linde als die Favoriten auf eine weitere Meisterschaft für Team WRT.

Ihr Erfolg im vergangenen Jahr basierte vor allem auf Konstanz und der Fähigkeit, sich im Rennverlauf kontinuierlich zu verbessern. Gelingt es dem Fahrerduo, die Leistungen im Qualifying zu steigern, könnte der BMW mit der Startnummer 32 in dieser Saison kaum zu schlagen sein.

Doch Team WRT setzt nicht nur auf ein Fahrzeug. Valentino Rossi kehrt für eine komplette Saison zurück und bildet gemeinsam mit BMW-Werksfahrer Max Hesse ein starkes Duo. Serienneuling Amaury Cordeel teilt sich den BMW mit der Nummer 31 mit Jordan Pepper. Das belgische Team verfügt damit über ein schlagkräftiges Drei-Fahrzeug-Aufgebot.

Die Konkurrenz ist enorm stark

Ein Spaziergang zum Titel wird es für Team WRT jedoch keinesfalls. Zu den stärksten Herausforderern zählen Maro Engel und Lucas Auer im Mercedes-AMG von Winward Racing mit der Startnummer 48. Die Sprint-Cup-Champions von 2024 gehören auch in dieser Saison zu den absoluten Topfavoriten.

Auch Ferrari reist mit hohen Erwartungen nach Brands Hatch. Die italienische Marke konnte hier bereits mehrfach Siege feiern, wartet jedoch noch immer auf ihren ersten Sprint-Cup-Titel. Arthur Leclerc und Thomas Neubauer wollen mit dem AF-Corse-Ferrari #50 den Grundstein für eine erfolgreiche Saison legen.

Besondere Aufmerksamkeit gilt außerdem Nicki Thiim. Der charismatische Däne reist mit Rückenwind an, nachdem er in Paul Ricard einen beeindruckenden Sieg gefeiert hatte. Gemeinsam mit Kobe Pauwels wird er den Aston Martin mit der Nummer 7 von Comtoyou Racing pilotieren. Pauwels hatte sich mit dem Gewinn des Silver-Cup-Titels 2025 für den Aufstieg in die Spitzenklasse empfohlen.

Ein Heimsieg ist durchaus möglich

Der letzte Gesamtsieg eines britischen Fahrers in Brands Hatch liegt bereits einige Jahre zurück – zuletzt gelang dies 2018. Dennoch bestehen gute Chancen, dass sich dies 2026 ändert.

Besonders beliebt bei den heimischen Fans ist Garage 59. Das Team bringt Dean MacDonald und Marvin Kirchhöfer gemeinsam im McLaren mit der Nummer 59 an den Start. Das Duo zählt zu den stärksten Fahrerpaarungen im Feld.

Großes Interesse wird auch dem Mercedes-AMG Team Verstappen Racing gelten, für das Nachwuchstalent Chris Lulham gemeinsam mit dem erfahrenen Dani Juncadella fährt. Ebenso sollte man Ben Green von Emil Frey Racing nicht unterschätzen, der sich den Verstappen.com-unterstützten Ferrari mit Thierry Vermeulen teilt.

McLaren als Favorit im Gold Cup

Auch in der Gold-Cup-Kategorie könnte ein Heimsieg gelingen. Der McLaren #58 von Garage 59 mit Tom Fleming und Louis Prette präsentierte sich bereits in der zweiten Hälfte der Saison 2025 in herausragender Form und erreichte in Paul Ricard sogar das Gesamtpodium.

Zu den größten Konkurrenten zählen zwei weitere McLaren von CSA Racing sowie Fahrzeuge von Boutsen VDS (Porsche), AF Corse (Ferrari) und Tresor Attempto Racing (Audi).

Der Titelverteidiger greift erneut im Silver Cup an

Der Silver Cup gilt traditionell als schwer vorherzusagen. Mit Titelverteidiger Jamie Day gibt es jedoch einen klaren Bezugspunkt. Der Brite bleibt Aston Martin treu, wechselt jedoch für 2026 zu Walkenhorst Motorsport. Der Gewinner der SRO GT Academy, Gaspard Simon, wird das Schwesterfahrzeug steuern.

Weitere Teams, die man im Auge behalten sollte, sind Pure Rxcing, das den Saisonauftakt im Endurance Cup mit Porsche gewinnen konnte, sowie Optimum Motorsport mit seinem McLaren und dem jungen Briten Mikey Porter. Dank seiner starken Boxenstopp-Strategien dürfte auch Team WRT mit dem BMW #30 von Matisse Lismont und Ignacio Montenegro eine wichtige Rolle spielen.

34 Fahrzeuge von acht Herstellern am Start

Das Starterfeld umfasst insgesamt 34 Fahrzeuge von acht verschiedenen Herstellern – die höchste Teilnehmerzahl in Brands Hatch seit 2016.

Besonders bemerkenswert ist das Debüt des neuen Lamborghini Temerario auf einer britischen Rennstrecke. Die Fahrzeuge von Rutronik Racing und VSR markieren den ersten offiziellen Auftritt des Modells in Großbritannien. Zudem treten Ferrari 296 GT3 und Porsche 911 GT3 R nach umfangreichen Weiterentwicklungen für die Saison 2026 an.

Aufgrund begrenzter Platzverhältnisse ist die Bronze-Cup-Kategorie in Brands Hatch nicht vertreten. Ihr erster Einsatz der Saison wird später in Misano erfolgen.

Wussten Sie schon?

Die erste Veranstaltung der SRO Motorsports Group in Brands Hatch fand bereits 1996 statt. Damals gastierte die BPR Global GT Series mit einem Vier-Stunden-Rennen auf der britischen Traditionsstrecke. Den Sieg sicherte sich ein werksunterstützter Porsche 911, gefahren von Hans-Joachim Stuck und Thierry Boutsen. Viele Motorsportkenner – darunter auch SRO-Gründer Stéphane Ratel – betrachten die BPR Global GT Series heute als direkten Vorläufer der modernen GT World Challenge.

Text und Foto: SRO/GTWC


 

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