Die GT3 Revival Series kehrt an diesem Wochenende (23./24. Mai) für die zweite Veranstaltung ihrer Premierensaison auf die Rennstrecke zurück. Austragungsort ist das Spa Classic auf dem legendären Circuit de Spa-Francorchamps.

Als Heimat der CrowdStrike 24 Stunden von Spa ist die Ardennen-Rennstrecke untrennbar mit dem GT3-Rennsport verbunden. Bereits 2011 wurde die GT3-Kategorie zur Spitzenklasse des berühmten Langstreckenrennens und trug maßgeblich dazu bei, Spa als das weltweit bedeutendste GT-Rennen zu etablieren. Viele der Fahrzeuge, die heute in der GT3 Revival Series antreten, haben ihre größten Erfolge genau bei diesem Rennen gefeiert.

Nun werden sie Teil eines beeindruckenden Teilnehmerfeldes beim Spa Classic sein. Die von Peter Auto ins Leben gerufene Veranstaltung hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 2011 zu einem der wichtigsten historischen Motorsport-Events Europas entwickelt. Für die Ausgabe 2026 werden rund 500 Fahrer und 370 Fahrzeuge erwartet. Das Programm umfasst eine außergewöhnliche Auswahl historischer Sportprototypen, Tourenwagen und Sportwagen aus mehr als fünf Jahrzehnten Motorsportgeschichte.

Das Starterfeld wächst auf 44 Fahrzeuge und 11 Marken

Mit 44 Fahrzeugen umfasst das Feld 16 Autos mehr als beim Saisonauftakt auf dem Circuit Paul Ricard. Zudem sind erstmals zwei weitere Hersteller vertreten.

Zu den Neuzugängen gehört der Nissan GT-R Nismo, einer der beliebtesten GT3-Rennwagen aller Zeiten. Angetrieben von einem Biturbo-V6-Motor wird das japanische Kultfahrzeug von seinen Fans weltweit liebevoll „Godzilla“ genannt. Team Parker Racing setzt in Spa einen GT-R für Andrew Bentley und Max Lynn ein.

Ebenfalls neu auf der Nennliste ist McLaren. Das Jordan Racing Team bringt einen MP4-12C an den Start. Dabei handelt es sich um das erste GT3-Fahrzeug der britischen Marke, das auf dem gleichnamigen Straßensportwagen basiert und unter der engen Aufsicht von Ron Dennis entwickelt wurde.

Insgesamt werden beim Spa Classic elf Hersteller vertreten sein: Aston Martin, Audi, BMW, Corvette, Ferrari, Ford, Lamborghini, McLaren, Mercedes-AMG, Nissan und Porsche. Besonders stark vertreten ist der Audi R8 mit zehn Fahrzeugen im Feld.

Drei Klassen kämpfen nun um Siege und Podiumsplätze

Durch die gestiegene Teilnehmerzahl wurde die Klassenstruktur angepasst. Die Pro-Am-Kategorie bleibt unverändert, wächst jedoch auf 13 Fahrzeuge an. Zu den Neuzugängen gehören Era Motorsport mit einem Aston Martin Vantage, Équipe Europe mit einem Audi R8 sowie Maxted-Page Motorsport mit einem Porsche 997.

Sie treffen auf zahlreiche bekannte Teams, darunter Storic and Race Cars, die beim Saisonauftakt in Paul Ricard sämtliche Rennen gewannen. Der Ferrari 458 des französischen Teams gewann mit Jean-Luc Beaubelique am Steuer bereits 2013 seine Klasse bei den 24 Stunden von Spa.

Erstmals wird die Amateur-Kategorie in zwei Klassen aufgeteilt. Die Am Gen II-Klasse umfasst Fahrzeuge mit Homologation aus den Jahren 2010 bis 2013 und zählt beeindruckende 25 Starter. Paul-Ricard-Sieger Benjamin Ricci teilt sich dabei einen Ferrari 458 GT3 Evo mit seinem Vater Mauro. Ebenfalls zurück sind CMR mit dem BMW Z4, Lionspeed mit dem Porsche 997 sowie Team Motopark mit dem Mercedes-Benz SLS AMG.

Hinzu kommen mehrere Debütanten, darunter Pyro Motorsport (Audi R8), Pastorelli Classic Cars (Ferrari 458) und Anderson Racing Team (Lamborghini Gallardo). Mit 25 Fahrzeugen im Kampf um nur drei Podiumsplätze verspricht diese Klasse besonders intensive Duelle.

Weitere fünf Fahrzeuge treten in der Klasse Am Gen I an, die Fahrzeuge mit Homologationen zwischen 2006 und 2009 umfasst. Dazu gehören drei Callaway Corvette – zwei von Seiler Racing und eine von Scott Sport –, ein von Matech aufgebauter Ford GT sowie ein Porsche 997 Cup S.

Neben den Podien für Gen I und Gen II wird auch die Iron Cup-Wertung vergeben. Diese zeichnet entweder das bestplatzierte Team mit einem gemeinsamen Fahreralter von mindestens 100 Jahren oder den erfolgreichsten Einzelfahrer ab 60 Jahren aus.

Ein besonderes Gastfahrzeug

Zusätzlich steht ein Einladungsteilnehmer auf der Startliste: ein Ferrari 458 Italia GTD von Équipe Europe, pilotiert von Pierre-Alain und Erwin France. Das Fahrzeug stammt aus der IMSA-Serie und entspricht anderen technischen Regularien. Daher ist es nicht für die Podiumswertung zugelassen, wird aber für zusätzliche Spannung auf der Strecke sorgen.

Zahlreiche Fahrer feiern ihr Debüt

Insgesamt werden 67 Fahrer an den Rennen des Spa Classic teilnehmen. Durch das deutlich größere Starterfeld erleben viele davon ihren ersten Einsatz in der GT3 Revival Series.

Zu den prominentesten Neuzugängen zählt der bekannte Londoner Sportwagenhändler Joe Macari, der einen Ferrari 458 steuern wird. Obwohl er vor allem aus dem historischen Motorsport bekannt ist, startete er bereits bei renommierten Veranstaltungen wie den 24 Stunden von Le Mans und den 24 Stunden von Spa.

Auch Rob Huff gibt sein Debüt. Der Tourenwagen-Weltmeister von 2012 tritt gemeinsam mit Philip Kadoorie in einem Mercedes-Benz SLS AMG an.

Ebenfalls neu dabei ist Kyle Tilley, der Erfahrungen aus der NASCAR Cup Series mitbringt und bereits Klassensieger bei den 24 Stunden von Daytona war.

Pierre Thiriet, zweifacher LMP2-Klassensieger bei den 24 Stunden von Le Mans, wird für Équipe Europe einen Audi R8 pilotieren. Weitere Neuzugänge sind unter anderem Michel Ettouati, Jürg Aeberhard, Heiko Scharnhorst und Mario Cordoni.

Erstmals mit Nachtrennen

Das Veranstaltungsformat ähnelt dem Saisonauftakt in Paul Ricard, bietet jedoch den zusätzlichen Reiz eines Nachtrennens auf der legendären Ardennen-Strecke.

Die freien Trainings finden am Freitag (22. Mai) um 12:55 Uhr und 19:05 Uhr statt und dauern jeweils 45 Minuten.

Das Qualifying wird am Samstag um 11:55 Uhr ausgetragen. Zwei separate Sessions legen die Startaufstellungen für Rennen 1 und Rennen 2 fest. Bei Teams mit zwei Fahrern absolviert jeder Fahrer eine Session und startet anschließend das entsprechende Rennen. Solofahrer müssen an beiden Qualifikationsläufen teilnehmen.

Rennen 1 startet am Samstag um 21:25 Uhr, nur wenige Minuten vor Sonnenuntergang. Rennen 2 folgt am Sonntag um 14:35 Uhr. Beide Läufe dauern jeweils 50 Minuten und werden live sowie kostenlos auf dem GT World YouTube-Kanal übertragen.

Text und Foto: SRO


 

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