Der Nürburgring bot an diesem Wochenende (28.–30. August) ein GT-World-Event der besonderen Art. Im Mittelpunkt stand der GT World Challenge powered by AWS Endurance Cup. Das traditionsreiche Rennwochenende in der Eifel lockte 28.000 Zuschauer an, die ein umfangreiches Programm mit Rennsport-Action auf der Strecke und zahlreichen Aktivitäten im offenen Fahrerlager erleben konnten.

Am Sonntagnachmittag wurden die neuen Champions gekrönt: Das Mercedes-AMG Team Mann-Filter machte auf heimischem Boden den Titelgewinn im Endurance Cup perfekt. Platz vier reichte aus, um Maro Engel, Lucas Auer und Luca Stolz den Fahrertitel vorzeitig zu sichern. Damit untermauerten sie ihren Status als Teil der Weltelite im internationalen GT-Rennsport.

Der Star des dreistündigen Rennens war der #7 Aston Martin von Comtoyou Racing, der das Geschehen von Anfang bis Ende kontrollierte. Die belgische Mannschaft war mit dem Wissen an den Nürburgring gereist, dass ein Sieg notwendig war, um ihre Titelchancen am Leben zu halten. Das Fahrertrio Nicki Thiim, Marco Sørensen und Mattia Drudi setzte die Vorgaben von der Pole-Position aus perfekt um.

Für den Einzug in den Titelkampf beim Saisonfinale in Portimão reichte es zwar nicht ganz, doch der Sieg war die verdiente Belohnung für eine herausragende Leistung. Team WRT belegte mit seinem #32 BMW den zweiten Platz, gefolgt vom Mercedes-AMG Team Verstappen Racing, das nur wenige Wochen nach seinem ersten Triumph im Sprint Cup erstmals einen Podiumsplatz im Endurance Cup erreichte.

Tresor Attempto Racing sicherte sich den Sieg im Gold Cup, nachdem Dylan Pereira in der letzten Rennstunde die Führung in der Klasse übernommen hatte. Der #99 Audi spielte bereits von Beginn an eine wichtige Rolle – zunächst mit Alex Aka und anschließend mit Alex Frassineti am Steuer. Der Kampf um den Gold-Cup-Titel wird in Portimão entschieden, wobei noch mehrere Fahrerbesetzungen aussichtsreich im Titelrennen liegen.

Im Silver Cup ist die Entscheidung bereits gefallen. Team WRT machte mit seiner #30 BMW-Besatzung aus Matisse Lismont, Ignacio Montenegro und Amaury Cordeel den Titelgewinn perfekt. Das Trio führte einen Großteil des Rennens, musste sich am Ende jedoch nach einer späten Attacke von HRT Ford Racing mit Platz zwei begnügen. Für den Mustang GT3 war es der erste Klassensieg in der GT World Challenge. Möglich machten ihn Eduardo Coseteng, Nicolas Baert und Niklas Kalus – Letzterer sorgte bei seinem Seriendebüt mit dem entscheidenden Überholmanöver für einen starken Auftritt.

Der #222 Mercedes-AMG von 2 Seas Motorsport gewann den Bronze Cup von der Pole-Position. Allerdings verlor das Fahrzeug bereits beim Start die Führung und konnte diese erst in der letzten Rennstunde zurückerobern. Das gleiche Team hatte das Rennen bereits im vergangenen Jahr gewonnen, damals mit Charles Dawson am Steuer. Dieses Mal teilte er sich das Siegerauto mit seinen Teamkollegen Kiern Jewiss und Reece Barr.

Auch die Teamwertung des Bronze Cups ist entschieden: Kessel Racing sicherte sich den Titel. Der Ferrari #74 kam trotz einer Beteiligung an einem Zwischenfall in Kurve 1 auf Rang drei ins Ziel. Die Entscheidung in der Fahrerwertung fällt hingegen erst beim Saisonfinale in Portimão.

Neben der Action auf der Strecke gab es am Nürburgring zahlreiche weitere Aktivitäten für die Zuschauer. Bei den am Samstag und Sonntag veranstalteten Pitwalks konnten die Fans den Teams und Fahrern besonders nahekommen. Hinzu kam eine Autogrammstunde vor dem Rennen, bei der das gesamte Fahrerfeld vertreten war.

Der BMW M3 Touring 24H, der bei den diesjährigen 24 Stunden am Nürburgring zahlreiche Fans begeisterte, war ebenfalls im Fahrerlager ausgestellt – allerdings nicht nur als Ausstellungsstück. Am Samstag absolvierte das Fahrzeug Taxifahrten. Zwei glückliche Gewinner eines Wettbewerbs durften dabei neben BMW-Werksfahrer Max Hesse auf dem Beifahrersitz Platz nehmen und eine Fahrt erleben, die sie so schnell nicht vergessen werden.

Für zusätzliche Rennsport-Action sorgten der Lamborghini Super Trofeo, die GT3 Revival Series und der Mazda MX-5 Cup Benelux. Zu den besonderen Geschichten des Wochenendes gehörte der Titelgewinn des ehemaligen GT-World-Challenge-Piloten Jean-Luc Beaubelique. Der Franzose sicherte sich in seinem Ferrari 458 den Titel in der GT3 Revival Series Pro-Am – mit genau jenem Fahrzeug, mit dem er bereits 2013 bei den CrowdStrike 24 Hours of Spa den Klassensieg gefeiert hatte.

GT World kehrt vom 18.–20. September mit voller Kraft zurück. Beim vorletzten Sprint-Cup-Lauf der Saison gastiert die Serie in Zandvoort. Neben der GT World Challenge powered by AWS werden auch die GT2 European Series powered by Pirelli, die GT4 European Series und der Porsche Carrera Cup France am traditionsreichen niederländischen Kurs für ein vollgepacktes Rennwochenende an der Nordseeküste sorgen.

Der Endurance Cup wird vom 16.–18. Oktober in Portimão abgeschlossen.

Text und Foto: SRO/GTWC


 

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