Bei der diesjährigen Ausgabe der Rolex 24h Daytona sicherte sich Porsche in einem bis in die Schlussphase hart umkämpften Rennen den Gesamtsieg. Das Podium komplettierte die Acura Mannschaft von Meyer Shank Racing sowie der zweite Porsche 963 von Penske Motorsport.
Bereits im Qualifying zum ersten Langstreckenklassikers des Jahres deutete sich an, dass der Kampf um den Gesamtsieg selten so offen war wie diesmal. Die Pole Position sicherte sich der 24h Nürburgring Sieger von 2019 und 2022 – Dries Vanthoor.
Nach Regen zu Beginn der Rennwoche, besserte sich das Wetter deutlich, sodass ein trockenes, aber in der Nacht kaltes Rennen bevorstand. Bereits am Start ging es im Feld der Gesamtsieganwärter eng zu. Hinter Vanthoor ordnete sich zunächst der von Position zwei gestartete Acura Pilot Nick Yelloly – ehemaliger BMW-Werksfahrer und ebenfalls Sieger der 24h Nürburgring – ein.
Doch dabei blieb es nicht lange. Bereits in den ersten Stints wechselte die Führung häufig. Für alle Fans besonders schön zu beobachten war, dass die Markenvielfalt an der Spitze und somit die Ausgeglichenheit im GTP-Feld sehr groß war. Einzige Ausnahme war der Lamborghini SC63 – das einzige Hypercar der italienischen Marke, der mit Problemen bereits früh ausschied. Zwischen den restlichen Hypercar-Herstellern BMW, Porsche, Cadillac und Acura wechselten die Positionen derweil ständig durch. Zahlreiche sehenswerte Überholmanöver sowie taktisch durch Full-Course-Yellow bedingte Positionswechsel, wie sie für die IMSA typisch sind, sorgten für Spannung über die gesamte Renndistanz hinweg.
Während es während des ROARS noch zu einigen Problemen an den Hybrideinheiten der Prototypen kam, waren diese während des Rennens zum Glück nicht relevant, sodass das Feld der GTP kaum ausgedünnt wurde. Durch einen Reparaturstopp nach Aufhängungsproblemen verlor der von zwei gestartete Acura von Meyer Shank Racing bereits im ersten Rennviertel zahlreiche Runden und war somit aus dem Kampf um den Gesamtsieg raus – konnte das Rennen aber fortsetzen und somit wichtige Punkte für die Meisterschaft sammeln.
Bis in die Dunkelheit hinein waren die verbliebenen neun Hypercars in Schlagdistanz zur Spitze. Doch beim Restart nach einer weiteren Full Course Yellow verlor Wayne Taylor Racing Pilot Louis Deletraz die Kontrolle über seinen Cadillac V-Series mit der Startnummer 40 und drehte sich bei der Einfahrt in die S-Kurven in die Wiese. Durch den Einschlag wurde das Fahrzeug zurück auf die Strecke geschleudert wo es eine Kettenreaktion auslöste. Ein LMP2-Bolide kollidierte mit Deletraz, riss dabei einen weiteren LMP2-Prototypen mit ins aus. Ebenfalls fielen dem Chaos durch das Ausweichen des verunfallten Autos zwei GT-Autos zum Opfer. Glücklicherweise blieben alle Beteiligten dieses Unfalls unverletzt.
Später in der Nacht erwischte es dann einen weiteren Cadillac. Nach einem Aufhängungsbruch in einer der Steilkurven schlug Frederic Vesti in die Mauer ein. Auch er blieb zum Glück unverletzt und der Mannschaft von Whelen Cadillac gelang es sogar, das verunfallte Auto mit 50 Runden Rückstand auf die Spitze wieder zurück ins Rennen zu schicken. Auch der Proton Competition Porsche 963 mit unter anderem Julien Andlauer und Neel Jani am Steuer fiel in der Nacht einem Problem mit der Aufhängung an der Hinterachse zum Opfer und musste das Rennen vorzeitig beenden.
Die Häufigkeit dieser Probleme mit der Aufhängung an der Hinterachse, das sowohl die GT-Fahrzeuge als auch die Prototypen betraf scheint auf eine Änderung der Curbs in der Le-Mans-Schikane – besser bekannt als Busstop – zurückzuführen zu sein.
An der Spitze lieferten sich die beiden Porsche von Penske Motorsport, die Polesetter mit der Startnummer 24 vom BMW Team RLL sowie dem im Spitzenfeld verbliebenen Acura mit der Startnummer 60 einen Kampf bis in die letzte Rennstunde hinein. Erst nach dem letzten Stopp unter Full Course Yellow und dem darauffolgenden Restart kristallisierte sich ein Dreikampf zwischen den beiden Porsche und dem Acura heraus. Nach spannenden Duellen setzte sich die Startnummer 7 an die Spitze des Feldes und somit überquerten Laurens Vanthoor, Nick Tandy und der Brasilianer Felipe Nasr als Sieger die Ziellinie.
Insgesamt waren in der mit zwölf Fahrzeugen stark besetzten Spitzenkategorie GTP zahlreiche erfolgreiche Nordschleifenpiloten am Start. Neben Laurens Vanthoor und Nick Tandy aus dem Siegerauto und Dries Vanthoor als Polesetter waren mit Philipp Eng (BMW #24), Nick Yelloly (Acura #93), Earl Bamber (Cadillac #31), Kevin Estre (Porsche #6), Rene Rast, Robin Frijns (beide BMW #25) insgesamt neun Sieger der 24h Nürburgring in der Top-Kategorie der nordamerikanischen IMSA Meisterschaft am Start.
Text: Laura Brunnenmeister und Foto: Porsche AG


