In den beiden GT3-Kategorien bei den 24h Daytona waren mit Ford und Corvette jeweils Fahrzeuge eines amerikanischen Herstellers siegreich. Während in der Pro-Kategorie Ford Multimatic Motorsports #65 siegreich war, ging der Sieg in der GTD-Kategorie überraschend AWA mit der Corvette Z06 GT3.R.
Bereits im Qualifying setzte Mike Rockenfeller mit der besten Zeit aller GT3-Fahrzeuge einen Akzent und machte deutlich, dass Ford mit seinem Mustang GT3 Projekt im zweiten Jahr zu den Favoriten gehört. In der GTD-Kategorie, wo pro Fahrzeug mindestens ein Fahrer die FIA-Einstufung Silber oder Bronze haben muss, war es Elliott Skeer im Wright Motorsport Porsche 911 GT3 R, der sich die Pole Position sicherte.
Das Rennen war in beiden GT-Klassen über die gesamte Distanz hart umkämpft. Zahlreiche tolle und zumeist faire Positionskämpfe haben das Bild geprägt. Glücklicherweise gab es keine schweren Unfälle, dennoch mussten einige Fahrzeuge das Rennen vorzeitig aufgeben – bedingt durch Unfallschäden oder technischen Defekten. Besonders aufgefallen sind auch in den GT-Klassen technische Defekte hinten links am Fahrzeug – wie zum Beispiel beim Aston Martin mit der Startnummer 007 von Heart of Racing, der aufgrund eines verlorenen Rads hinten links ausschied.
Und auch einer der Publikumslieblinge, Rexy, der grüne Porsche 911 GT3 R von AO Racing mit der von der Nordschleife bestens bekannten Besatzung aus Klaus Bachler, Alessio Picariello und Laurin Heinrich, musste sich nach einem langen Kampf um den Sieg in der GTD-Pro mit stark beschädigtem Auto geschlagen geben und landete beim Überqueren der Ziellinie nur auf dem achten Rang.
Die vermutlich unschönsten Szenen des Rennens spielten sich zwischen den beiden werksseitig eingesetzten BMW M4 GT3 von Paul Miller Racing und der Pratt Miller Motorsports Corvette #4 ab. Der um viele Runden zurückliegende BMW #48 von Augusto Farfus blockierte Tommy Milner in der gelben Corvette, um seinem Teamkollegen Connor de Phillippi im zweiten BMW mit der Startnummer 1 die Möglichkeit zu geben, an der Corvette vorbeizugehen. Dabei kollidierten Milner und de Phillippi, Farfus erhielt eine Drive Through Penalty wegen Blockieren. Doch damit nicht genug. Wenige Minuten vor Rennende war der BMW #1, inzwischen pilotiert von Kelvin van der Linde, im Positionskampf mit den beiden Pratt Miller Racing Corvette. Beim Anbremsen in die erste Kurve touchierte Nico Varrone in der #4 Corvette das Heck des BMW und drehte ihn somit von der Strecke. Auch dieses Manöver zog eine Drive Through Penalty nach sich, wodurch sowohl die Corvette #4 als auch der BMW #1 alle Chancen auf einen Sieg verschenkten.
Am Ende waren es Christopher Mies, Dennis Olsen und Frederic Vervisch, die sich im Ford Mustang GT3 den Sieg vor der #3 Corvette mit Daniel Juncadella, Alexander Sims und Antonio Garcia und dem Polesetter Auto, dem zweiten Mustang mit Mike Rockenfeller, Austin Cindric und Sebastian Priaulx sicherten.
In der GTD-Kategorie lagen beim Fallen der Zielflagge die ersten acht Fahrzeuge innerhalb von elf Sekunden. AWA sicherte sich mit der Corvette Z06 GT3 und Marvin Kirchhöfer, Lars Kern, Matthew Bell und Orey Fidani den Sieg vor den Polesettern von Wright Motorsport im Porsche und dem Heart of Racing Aston Martin. Die Vorjahressieger von Winward Racing verpassten das Podium auf der vierten Position denkbar knapp, nachdem Philip Ellis, Indy Dontje, Lucas Auer und Russel Ward nach einem frühen Defekt am Gaspedal und einer notwendigen Reparatur eine beeindruckende Aufholjagd hingelegt haben. Auf einer starken achten Position platzierte sich das Iron Dames Auto mit Sara Bovy, Michelle Gatting, Rahel Frey und Karen Gaillard.
Insgesamt waren die Klassen mit 15 Fahrzeugen in der GTD-Pro und 22 Fahrzeugen in der GTD-Kategorie die am stärksten besetzten Klassen – mit beachtlicher Quote aus erfolgreichen Nordschleife-Piloten.
Text: Laura Brunnenmeister und Foto: Ford Media Center


