|
Es sollte ein weiterer Angriff auf die Spitze in der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) werden. Doch der 6. Lauf entpuppte sich als echtes „Desaster-Rennen“ für den aus Butzbach (Hessen) stammenden Rennstall Dörr Motorsport.
Noch am Freitag war man guter Dinge in der Box von Dörr Motorsport: Die Feinabstimmung des BMW Z4 Coupé GT3 ging mit großen Schritten voran und brachte deutliche Ergebnisse. Rudi Adams (Ahütte), Stefan Aust (Münster) und Peter Posavac (Essen) konnten ihre inoffiziell gemessenen Zeiten im freien Training verbessern und blickten optimistisch in Richtung Rennen. Anders lief es beim „kleinen“ BMW Z4 Coupé: Während erster Testfahrten von Willi Friedrichs tastete sich der erfahrende und sonst besonnene Pilot langsam an die Grenzen des Autos, als er plötzlich die Kontrolle über das Fahrzeug verlor und in der Leitplanke strandete. Die so reichlich verursachten Karosserieschäden verschafften der Mechaniker-Crew eine schlaflose Nacht. Für den BMW 135d sowie den BMW M3 GT4 verlief der Freitag nach Plan: An beiden Autos konnten einige Verbesserungen erledigt werden. Super-Gau vorm Rennen Stefan Aust (Münster), Guido Majewski (Leipzig), Hanspeter Strehler (Schweiz) und Willi Friedrichs (Schalksmühle) sollten das reparierte, „kleine“ Coupé während Training und Rennen pilotieren. Nach sechs Trainingsrunden und einer Bestzeit von 8:54 stand die Startaufstellung fest: Platz 2 der Klasse SP6 für das Coupé. Doch soweit sollte es nicht kommen, denn der Unfall vom Vortag hatte größere Schäden hinterlassen als zunächst vermutet. Das Hinterachsgetriebe war durch den Aufprall beschädigt worden, verlor Öl und musste in der Reparaturpause zwischen Training und Rennen getauscht werden. Das Coupé konnte seinen Startplatz nicht einnehmen und musste aus der Boxengasse dem Feld in die erste Rennrunde hinterherfahren. Den Super-Gau erlebte das Team allerdings schon im Training: Rudi Adams hatte die Order, schon in erster Qualifyingrunde voll auf Angriff zu fahren. Bereits in der ersten Kurve kam es zu einem Überholmanöver, bei dem Adams einen weiten Bogen fuhr, um eine Kollision zu vermeiden. Dabei geriet er am Kurvenausgang auf die linke Streckenbegrenzung, wodurch das Heck ausbrach und Adams mit einem Wettbewerber kollidierte. Der BMW Z4 Coupé GT3 wurde durch den Unfall so stark beschädigt, dass eine Reparatur aussichtslos war. Damit war die Speerspitze schon früh aus dem Rennen geworfen.
Reinhard Prenzel (Rosbach), Stefan Kenntemich (Wettenberg) und Teamchef Rainer Dörr (Butzbach) nahmen im M3 GT4 ihr Rennen planmäßig auf und kämpften mit seriennahem Material gegen deutlich stärkere Gegner. Das Trio schlug sich wacker und landete am Ende auf dem fünften Rang der Klasse SP7 – allerdings ebenfalls nicht ganz ohne Schäden: Auch der mattschwarze GT-Renner erhielt im Kampf einige Rammstöße, die jedoch ohne weitere Konsequenz blieben.
Beim 135d, pilotiert von Kristian Vetter (Geroldshofen) und Tom Moran (München) lief es zunächst gut an, ehe zuerst ein Leistungseinbruch für einen unplanmäßigen Boxenstopp sorgte. Nach dem der Fehler lokalisiert und behoben war, drehte der schwarze 1er BMW zunächst im Plan liegend seine Runden. Vetter musste einen weiteren unplanmäßigen Boxenstopp einlegen, nachdem er im Streckenabschnitt „Brünnchen“ von einem Wettbewerber touchiert wurde, über die Wiese musste und nur mit Mühe einen Ausfall verhindern konnte. Am Ende sprang für die „Selbstzünder-Mannschaft“ der dritte Platz in der Klasse VD3T heraus.
Und das Z4 Coupé? Nach drei Runden war für das sonst so erfolgreiche Coupé bereits Schluss. Beim Austausch des Hinterachsgetriebes verrutschte offensichtlich eine Dichtung, wodurch der gesamte Ölvorrat verloren ging – ohne Schmiermittel explodierte das Bauteil förmlich und die vier Fahrer hatten früh Feierabend.
Lauf 7 der Langstreckenmeisterschaft Nürburgring findet am 31. Juli 2010 statt, die Renndistanz beträgt sechs Stunden.
Stimmen nach dem Rennen Rainer Dörr, Teamchef „Ein Wochenende zum Abhaken liegt hinter uns. Der Ausfall des GT3 ist ärgerlich, aber eben immer im Bereich des Möglichen, wenn man um die Spitze der Gesamtwertung kämpft – ich kann dem Fahrer keinen Vorwurf machen. Mit viel Pech endete das Rennen fürs „kleine Schwarze“, das Coupé der SP6. Die Mechaniker haben alles gegeben. Ich glaube, dass die Dichtung schon vorher defekt war, denn einen Mechanikerfehler schließe ich fast gänzlich aus. Für den Diesel ist die Zielankunft ganz wichtig, damit haben wir gezeigt, dass der Wagen standfest ist und mit den gefahrenen Zeiten bewiesen, auf Augenhöhe mit der Konkurrenz zu sein. Die Besetzung des M3GT4 fuhr ihr erstes Rennen auf dem Auto. Auch wenn sie augenscheinlich langsamer unterwegs waren als die Konkurrenz, so haben alle Fahrer ein gutes Rennen abgeliefert und ihre persönliche Bestzeiten deutlich nach unten korrigiert. Jetzt werden wir mit Hochdruck die beiden Z4 Coupé reparieren, um beim Saisonhöhepunkt, dem 6h-Rennen in 14 Tagen, wieder angreifen zu können.“

Text: Redaktionsbüro Meuren Fotos: Daniel Cornesse |